Wurzenpass – Alpenpass zwischen Österreich und Slowenien

Wurzenpass – Seehöhe 1073m

Der Wurzenpass ist ein Kärntner Alpenpass zwischen Österreich und Slowenien. Er führt über die Karawanken und trägt auf Slowenisch den Namen Korensko Sedlo. Der Name leitet sich vom Ort Podkoren auf slowenischer Seite ab, was auf Deutsch „Wurzen“ bedeutet. Dieser Alpenpass hat eine Höhe von 1.073 Metern und ist ein wichtiger Grenzübergang nach Slowenien. Die Straße über den Wurzenpass ist sehr kurvenreich, in der kalten Jahreszeit je nach Witterung oft schwierig zu befahren und im Winter oft gesperrt.

Durch das einmalige Panorama der Straße über den Wurzenpass ist er Ziel vieler Ausflüge von Besuchern aus Kärnten oder Slowenien. Tolle Fotomotive und ein bei Schönwetter fantastischer Rundum-Blick sind eine Touristenattraktion geworden und es lohnt sich, die Straße zu benützen. Motorradfahrer schätzen diese kurvenreiche Straße sehr, die allerdings mit ihrer Steilheit von bis zu 18 Prozent sehr schwierig zu befahren ist. Auch Radfahrer, die steile und herausfordernde Bergtouren unternehmen wollen, sind dort gerne unterwegs und plagen sich über die Bergstraße.

Für den normalen Verkehr von Villach nach Slowenien nutzen die meisten Autofahrer die mautpflichtige Fahrt durch den Karawankentunnel, der 1991 dem Verkehr übergeben wurde. Die Autobahn in Richtung Tarvis wählt man, wenn man direkt von Villach nach Italien möchte. Auf einer ungefähr 50 Kilometer langen „Drei-Länder-Fahrt“ fährt man von Arnoldstein über den Wurzenpass, nach Ratece und über Tarvis wieder nach Arnoldstein zurück.

Das Bunkermuseum am Wurzenpass

Eine besondere Attraktion für Interessierte ist das Bunkermuseum am Wurzenpass. An diesem historisch interessanten Schauplatz, der vom „Verein zur Erhaltung der Sperranlagen der Sperrkompanie WURZENPASS“ betreut wird, können Besucher Zeitgeschichte zum Anfassen erleben. Das Bunkermuseum ist das einzige Museum dieser Art in Österreich. Seit 2005 ist es zu besichtigen. Erreichbar ist es über die Wurzenpass Bundesstraße. Vom Parkplatz aus führt ein kleiner Spaziergang durch den Wald zum Bunkermuseum. Es liegt in 1.000 Meter Höhe knapp vor der Staatsgrenze zu Slowenien. Bis zum Dreiländereck Italien – Slowenien – Österreich sind es ungefähr drei Kilometer Luftlinie.

Im „Kalten Krieg“ zwischen Ost und West gab es in Österreich ein Netz von Bunkern, Sperren und Stellungen, um die Grenzen verteidigen zu können. So war es auch am Wurzenpass. Im Jahr 1991, beim Bürgerkrieg anlässlich des Zerfalls von Jugoslawien, war es keine Übung mehr. Es handelte sich damals um einen Ernstfall. An die Soldaten an der Grenze wurde tatsächlich scharfe Munition verteilt, um im Ernstfall handeln zu können.

Während der Sommermonate haben die Besucher des Bunkermuseums die Möglichkeit, in einem österreichischen Schützenpanzer Saurer/Steyr-SPzA1 mitzufahren. Dabei wird das Leben eines Soldaten im Einsatz nachvollziehbar. Panzergrenadiere waren mit diesen Panzern im Einsatz. Sie wurden nahe an das Ziel gebracht und mussten dann ihren Weg zu Fuß fortsetzen, kämpfen und angreifen. Die Gäste des Museums können versuchen, sich in die Rolle dieser Soldaten hineinzuversetzen. Die Vorführung besteht aus zwei Runden. Bei einer Runde sehen die Besucher nach außen, wenn sie im Schützenpanzer stehen. Bei der zweiten Runde wird die gleiche Strecke, aber diesmal sitzend und mit offener Luke gefahren. Dabei kann man erleben und erfühlen, wie es für die Soldaten gewesen sein kann. Allerdings fuhren sie im Einsatz mit geschlossenen Luken.

An den Tagen mit Panzerführung ist auch die Feldküche in Betrieb und die Besucher können sich mit köstlichem Gulasch aus der Gulaschkanone stärken.